Pressemitteilung der Bundesärztekammer
Weltärztebund: Schmerztherapie verpflichtend in die Aus- und Weiterbildung von Ärzten aufnehmen
Berlin, 21.10.2011
Der Weltärztebund (WMA) hat einen leichteren Zugang für Patienten zu einer angemessenen Schmerzbehandlung gefordert. Weltweit würden Millionen von Menschen, die an Krebs und anderen Leiden erkrankt sind, unnötige Schmerzen erleiden, weil sie keine angemessene Schmerzbehandlung erhalten, so der WMA. Das liege vor allem an unnötigen restriktiven gesetzlichen Vorschriften etwa bei dem Zugang zu Opiaten sowie an Defiziten in der Ausbildung von Angehörigen der Gesundheitsberufe bei der Beurteilung und Behandlung von Schmerzen.
Deshalb müsse beispielsweise das Thema Schmerztherapie verpflichtend in die Aus- und Weiterbildung von Ärzten aufgenommen werden, forderte der Weltärztebund auf seiner Generalversammlung in der vergangenen Woche in Montevideo, Uruguay. Darüber hinaus müssten die Regierungen ihre Gesetzgebung überprüfen und sicherstellen, dass ausreichend Schmerzmittel zur Verfügung stehen.
In einem weiteren Statement forderte die Generalversammlung des Weltärztebundes einen fairen Prozess nach internationalen Standards für die in Bahrain inhaftierten 20 Ärzte und Krankenschwestern. Diese waren vor kurzem zu fünf bis 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Den Anwälten der Angeklagten soll unter anderem nicht gestattet worden sein, alle Zeugen zu befragen. Auch berichteten die Angeklagten und deren Anwälte von Misshandlungen und anderen Menschenrechtsverletzungen während der Inhaftierung. „Allem Anschein nach wurden die Ärzte und Krankenschwestern verurteilt, weil sie alle verletzten Patienten behandelt haben, die zu ihnen gebracht wurden – einschließlich Mitglieder der Rebellion“, erklärte der Vorsitzende des WMA-Vorstandes, Dr. Mukesh Haikerwal. Weltweit würden dem Weltärztebund zufolge immer öfter Ärzte, medizinisches Personal und Einrichtungen des Gesundheitswesens zwischen Kriegsfronten geraten oder bei politischen und bewaffneten Konflikten und Unruhen attackiert. Alle Staaten müssten deshalb die Prinzipien der medizinischen Neutralität anerkennen und respektieren.
Auch die medizinische Versorgung von Gefängnisinsassen müsse verbessert werden, so der Weltärztebund. Denn vor allem in Haftanstalten zeichne sich eine Zunahme von Tuberkulose-Erkrankungen und Arzneimittel-Resistenzen ab. Gefängnisse seien ein idealer Nährboden für Infektionen, da diese oft überbelegt und schlecht belüftet seien. Hinzu komme eine mangelhafte Hygiene und Ernährung sowie der begrenzte Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung, betonte Haikerwal. Inhaftierte Menschen hätten jedoch die gleichen Rechte auf eine angemessene Gesundheitsversorgung wie andere Menschen.
Quelle: Bundesärztekammer, 21.10.2011
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